Die ostwestfälische Stadt Warburg blickt auf eine stolze Geschichte zurück und trat im Jahr 1364 offiziell der Hanse bei. Doch was macht eine Hansestadt aus, die keinen direkten Zugang zum Meer hat?

Binnenhansestädte wie Warburg bildeten das wirtschaftliche Rückgrat im Hinterland und sicherten die Handelswege ab. Sie transportierten begehrte Rohstoffe und handwerkliche Erzeugnisse über Flüsse und alte Handelsstraßen zu den großen Seehäfen. Warburg profitierte dabei besonders von seiner strategischen Lage am Fluss Diemel und florierte durch den Fernhandel mit hochwertigen Tuchen, Wolle, Leder und Bier. Um sich gegen Wegelagerer zu schützen und Zölle zu umgehen, schloss sich die Stadt engen Städtebünden wie der Kölner Union an.

Die Spuren dieses goldenen Zeitalters prägen das Stadtbild bis heute. Wer durch Warburg geht, entdeckt eine fast vollständig erhaltene mittelalterliche Stadtmauer mit wehrhaften Türmen, die den damaligen Reichtum schützen sollte. Prächtige Fachwerkbauten und historische Speicherhäuser im Stadtkern zeugen von den wohlhabenden Kaufleuten vergangener Tage. Auch das historische Rathaus, das genau an der Grenze zwischen Altstadt und Neustadt errichtet wurde, erinnert an den Zusammenschluss der beiden Stadtteile im Zuge des Hanse-Booms. Heute pflegt Warburg dieses Erbe aktiv als Mitglied im Westfälischen Hansebund sowie im internationalen Hansebund der Neuzeit.

Bilder Hansestadt Warburg